Revoluzzer-Frauen vor 60 Jahren?

Ich denke, es wäre an mir vorbei gegangen. Ein besonderes Jubliäum für Frauen.

Wenn meine SÖHNE mich nicht darauf angesprochen hätten: 60 Jahre Anti-Baby-Pille.

Bild von Gabriela Sanda auf Pixabay

Tatsächlich waren meine Söhne getriggert von den vielen Statements in den gängigen Social Media Kanälen und haben die Diskussion an mich und die jungen Frauen in ihrem Bekanntenkreis weiter getragen. Ich habe etwas überlegt, ob ich dazu blogge. Allerdings muss ich zugeben, dass ich den Aufreger hinter diesem Jubiläum nicht nach vollziehen kann. Daher…da bin ich nun.

Meine eigene Mutter gehörte sicher zu den ersten Verwenderinnen der Antibabypille. Und ja. Sie hatte auch Probleme damit. Migräne, starke Blutung. Allerdings ist meine Mutter niemals zu einem Gynäkologen gegangen. Damals hat man diese Tabletten einfach auf einem Rezept vom Hausarzt bekommen mit den Worten „probieren Sie mal“ und gut war.

Ich selbst habe meine erste Pille mit 19 Jahren bekommen. Und tatsächlich ohne eine Untersuchung. Ich bekam einfach ein Rezept und sollte mich bei Unwohlsein melden.

HEUTE und da leg ich meine Hand für ins Feuer, läuft das anders ab. Ich weiß 10000%ig, dass aus dem Sprechzimmer meiner Ärztin keine Frau raus geht ohne eine ausführliche Beratung und Untersuchung. Das dauert dann eben auch mal 30 min. und länger. Selbst nachdem meine Kinder geboren waren, haben wir immer ausführlich über Verhütungsmöglichkeiten gesprochen. Ich selbst habe große gesundheitliche Probleme und meine Gynäkologin arbeitet eng mit meiner Endokrinologin zusammen und ja-ich nehme eine Pille, weil sie bei mir andere Dinge positiv beeinflusst und nicht nur Empfängnis verhütet. Und das ist gut so!

Ich habe aber zum Pillen-Jubiläum so viele Videos gesehen in denen sich junge Frauen aufstellen und entsetzlich über die Anti-Baby-Pille wettern. Und ehrlich: Ich verstehe es nicht.

Jedes Medikament ohne Ausnahme (!) hat Nebenwirkungen, die bei dem einen Patienten mehr und beim anderen weniger bis gar nicht auftreten. Das gilt auch für die Anti-Baby-Pille. Diese Nebenwirkungen sollten auch unbedingt mit dem Arzt des Vertrauens -immer wieder- besprochen werden und wenn man das Gefühl hat, etwas läuft nicht rund ist es für mich Patienten-Pflicht meinem Arzt die Tür einzurennen, bis es so klappt, wie ich es mir vorstelle!

Niemand zwingt irgendeine Frau zur Einnahme eines Hormonpräparates. Mein Körper gehört mir. Immer. Daher ist es auch immer meine Entscheidung, hoffentlich nach Abwägen aller Risiken. Und wenn ich mich dagegen entscheide und mein Typ das genauso doof findet wie Lümmeltüten, dann zeigt sich doch spätestens da sein Charakter und es ist sicher eine Überlegung wert, ihn in den Wind zu schießen und sich nicht emotional oder moralisch erpressen zu lassen.

Der Ruf nach der „Pille für den Mann“ ist an jeder Ecke zu hören und es ist ja nicht so, dass daran nicht gearbeitet wird. Es gibt sogar schon Präparate in der Versuchsschleife und erste Paare, die so ein Medikament testen. Nur ist eben ein Mann keine Frau und damit sind ganz andere Hormon-Forschungs-Probleme zu lösen. Das dauert. Nicht zuletzt, weil eben manche Forschung weniger Lobby hat als andere.

Ich selbst habe die Entdeckung der Anti-Baby-Pille als ungeheuren Befreiungsschlag für die Frauen empfunden. Ein großer Schritt in die Selbstbestimmtheit und die Möglichkeit Ängste rund um Empfängnis und Mutterschaft abzulegen.

Ich bin gespannt auf Deine Meinung zu diesem Thema! Lass uns in den Kommentaren darüber reden.

Wir lesen uns.

Good Vibrations.

SAM

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