#Muttertagswunsch – Was wünsch ich mir wirklich…?

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Ich bin Autorin und auch Mutter. Und nun hat Mutterseelesonnig mit dem Hashtag #Muttertagswunsch klar Stellung bezogen und die Frage in den virtuellen Raum gewofen: Was wünsch ich mir wirklich?

Viele sind dieser Frage und dem Aufruf, doch mal dazu was zu sagen, gefolgt. Ich tu´es auch. Und auch wenn sicher einige nun empört aufschreien:

JA ich brauche den Muttertag.

Ich brauche ausschlafen.

ich brauche, dass ICH heut bewußt nix im Haushalt mache.

Ich brauche, dass ICH heut bestimme was und wann es Essen gibt und keiner murrt.

Ich brauche, dass ich diesen Tag nur für MICH vorbereite.

Ich nehme gern ein kleines Geschenk als Erinnerung für mich selbst, dass ich etwas Besonderes, eine Mutter bin.

JA-ich brauche das alles!

Und ja-ich brauch das von meinen Kindern! Für mich, um mir meiner selbst und meinem Sein bewußt zu sein, klar zu sein und mich beschenkt zu fühlen, weil ich das im Alltag oft vergesse. Und ich brauche es von meinen Kindern, um ihnen ins Gedächtnis zu rufen, dass ich immer und aus tiefstem Herzen für sie da bin und dass man da auch einmal einen besonders schönen Tag für die Mama kreieren kann, damit sie weiß, ich hab sie lieb-auch wenn zB pubertätsbedingte Auftritte und Streitereien oft an der Tagesordung sind-eben weil man die Mama als Selbstverständlichkeit sieht ohne böse Absicht dahinter und auch, um sich einmal gemeinsam zurück zu erinnern.

NEIN ich laufe  nicht ständig verstrahlt durch den Alltag und freue mich an Kindern und Alltag. Und umgekehrt gehts den Kindern heute, wenn sie einen längeren Schultag haben als mancher Erwachsene arbeiten geht, genauso. Und deshalb brauch ich das alles! Und warum? Weil ansonsten für Mütter irgendwie nichts wirklich da ist!

Deshalb möchte ich NATÜRLICH von der Politik auch viele Sachen:

Ich möchte kostenlose Kita- und Schulplätze einschließlich Materialien uä

Ich möchte kostenlose Schulspeisung.

Ich möchte gelebte Inklusion und Eltern-Lehrer-Teamarbeit, die über den berühmten Waffelteig hinaus geht.

Ich möchte ein Muttergeld, ein in barer Münze gezahltes Gehalt für den Beruf Mutter.

Ich möchte von der Gesellschaft z. B. :

Keine Verurteilung dafür, wenn ich mich entscheide halbtags oder vollzeit zu arbeiten.

Ich möchte keine Verurteilung, wenn ich mich entscheide Vollzeit-MAMA zu sein.

Ich möchte Kinderwagenabstellplätze.

Ich möchte keine Beschwerden über Kinder“lärm“.

Ich möchte als Mutter im Beruf Mutter anerkannt werden!

Ich könnte das hier nun unendlich weiterführen…

Blumen möchte ich keine: Sie sind teuer, besonders an Muttertagen, und so schnell hinüber. Da freu ich mich über einen bunten Wiesenstrauß im Sommer mehr. Trotzdem hat auch das Blumenschenken und die Marketingstrategie wohl ihre Berechtigung, denn die Blumenhändler haben den Muttertag als so einen Blumenschenktag 1922 etabliert, auch wenn die Ehrung der Mutter bis zu den Römern zurück verfolgbar ist.

Dennoch ist mir wichtig den Muttertag als MEINEN Tag zu feiern, ihn und mich zu genießen und sei es durch süßes Nichtstun. Ich freue mich jedes Jahr wieder auf den Muttertag-auch wenn ich zur Verteidigung meiner pubertären Kinder wohl sagen muß, dass sie mich doch sehr unterstützen, wenn ich sie darum bitte-sogar bei meinem Hobby.

ICH WILL DAS GANZE PAKET!

Wir lesen uns!

Denn ich bin Frau Wort 😉

Ich bin SAM

6 Comments

    • Simone Melzer

      Na das war auch überfällig! Deine Idee, Dein Aufruf haben so sehr an mir gerüttelt…da konnte ich nicht anders! 😉

  • Angelika Fleckenstein

    Hi, Simone!
    Da ich Zeit meines Mutterseins eine ausgeprägte Aversion gegen den jährlichen Muttertag habe., las ich deinen Beitrag sehr aufmerksam. Schon der Titel „Was wünsche ich mir wirklich“ (ICH WILL DAS GANZE PAKET… weiter unten) weckte meine Neugierde. Sich diese Gedanken einmal vor Augen zu führen, wäre hilfreich. Für Mütter, aber auch für alle anderen, die nach dem Warum des Muttertages fragen.
    Die Wünsche an die Gesellschaft und die Politik sind auch meine. Das Muttersein wird immer erheblich unterschätzt. Das Nur-Muttersein begegnet häufig einem unbegründeten und unhaltbaren Unverständnis in der Gesellschaft. Die Anerkennung dessen, was Mütter mit der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder leisten, wird von der Politik in keiner Weise wertgeschätzt. Wer sich hingebungsvoll der (beileibe nicht einfachen) Aufgabe der Kinderbetreuung und -erziehung widmet, erlebt mit zunehmendem Alter und dem Erwachsenwerden der Kinder nicht selten ein böses Erwachen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Ein Einstieg in einen Beruf ist nahezu ausgeschlossen, Wiedereingliederungen – sofern sie gewährleistet werden – funktionieren wenig bis gar nicht, und oft bleiben nur Minijobs im Callcenter, als Putzkraft o. ä. Die Aussichten im Ruhestand mit einer Rente… nein, ich will hier aufhören, das dunkle Szenario zu beschreiben, das die Mütter erwartet.
    Erst recht trifft dieses Los die Alleinerziehenden und jene, deren Ehen nach dem Auszug der Kinder (endlich) beendet wurden. Man fristete die Zeit, um den Kindern Familie und Zuhause zu bieten, bis sie auf eigenen Beinen stehen. (Das ist ja ein unerhörtes Opfer, das in diesem Fall beide Elternteile bringen.) Für die Mütter sind nach einer solchen Trennung die Aussichten auf ein menschenwürdiges Dasein katastrophal. Und ich spreche noch nicht mal von der befürchteten und viel propagierten Altersarmut.
    Das stammt nicht aus Dokumentationen, der Tageszeitung oder sonstigen öffentlichen Quellen, das ist Lebenserfahrung.

    Insofern sage ich DANKE für ebenjene Punkte auf deiner Wunschliste, die ich jederzeit unterschreibe.

    Liebe Grüße
    Angelika

    • Simone Melzer

      Liebe Angelika, vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Deine Worte bewegen mich sehr…in bin mit 45 Jahren in einem Alter der Wegkreuzungen…nicht mehr ganz drin, aber auch nicht ganz draußen und mich beschäftigt auch die Frage, was kommt, wenn die Kinder dann ihr eigenes Leben führen? Ich lebe am Existenzminimum…ich bin mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen erwerbsunfähig…mich gruselt es wirklich auch, denn eine Altersvorsorge in irgendeiner Form sieht die finanzielle und gesellschaftliche Stellung einer Mutter einfach nicht vor…deshalb habe ich mich diesem Hashtag #muttertagswunsch angeschlossen…und so lange ich schreiben kann, werd ich es immer wieder tun!

  • Svenja

    Ich Wünsche mir nichts mehr als das meine Kinder und meine Familie gesund bleiben und nicht so schwere Zeiten durch machen müssen wie ich einst.

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