Es ist doch ein Kraut gewachsen-für und gegen alles
Das hat schon meine Oma gesagt und schreibt man Paracelsus nicht etwas ähnliches zu?
Jedenfalls hat die liebe Inga eine Blogparade ins Leben gerufen, an der ich nicht vorbei kann. Sie fragt nach meinem Lieblingsrezept mit Wildkräutern, Beeren und/oder Pilzen.
Und doch ist eine Herausforderung.
Ich bin sehr ländlich aufgewachsen und in meinem Elternhaus gehörte es zum Leben dazu, die Gaben der Natur zu nutzen, egal ob wild gesammelt oder im Garten angebaut.
Nun bin ich aber im Sternzeichen Waage geboren und auch noch mit Aszendent Krebs. Ich habe also Entscheidungsschwierigkeiten und mache drei Schritte vor und zwei zurück.
Doch nun, letztendlich wohl meinem Pragmatismus und meiner eher praktischen Erziehung geschuldet, habe ich mich zu zwei Rezepte meiner wilden Kindheit durchgerungen.
Pilzpfanne
Mein Vater hat mich bereits im zarten Alter von vier Jahren mit zum Pilze suchen genommen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir einmal die Hälfte eines Wildschweinkiefers gefunden haben *gröhl* aber zurück zum Thema.
Gesammelt wurden grundsätzlich nur Steinpilze und Maronen, auch Maronen-Röhrling oder Braunkappe genannt.
Sowieso ist immer wichtig: Nur sammeln, was Du sicher bestimmen kannst! Und nie alles ausräubern sondern immer für die Natur und die Tiere etwas stehen lassen!
Es gab durchaus Jahre in denen unsere Ausbeute eher gering gewesen ist, aber überwiegend gab es eine reiche Ernte. So reich, dass nicht nur das Mittagessen daraus bestand sondern die übrigen Pilze geputzt und in Scheiben geschnitten, auf dem Ofen getrocknet wurden. Sie waren über den Winter Geschmacksbeigaben zahlreicher Soßen.
Das Rezept für die Pilzpfanne – pragmatisch, praktisch
Meine Mutter ist nie die Frau für viel ChiChi gewesen. Trotzdem hat es mir bei ihr immer geschmeckt.
Für die Waldpilzpfanne hat sie einfach durchwachsenen Bauchspeck in Würfel geschnitten und in einer Pfannge scharf angebraten. Dann eine große Zwiebel (kommt auch auf die Menge der gesammelten Pilze an) zerkleinert und mit angebraten, aber die Hitze reduziert, damit sie nicht verbrennt. Die Zwiebel sollte höchstens eine goldbraune Farbe annehmen.
Die Pilze wurden geputzt und in Scheiben geschnitten und anschließend mit ihn die Pfanne gegeben und ebenfalls durchgebraten. Wenn ihr das Gemisch zu wässrig erschien, Pilze geben Wasser ab, hat sie Paniermehl drüber gestreut und untergerührt. Frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer und Petersilie drüber -Voilá. Fertig. Dazu gab es ein würziges Bauernbrot.
Ich liebe dieses einfache Gericht noch heute!
Ich habe es noch nicht mit veganem „Speck“ ausprobiert, das steht noch auf meiner Liste. Solltest Du da Erfahrungswerte haben, freue ich mich auf einen Bericht dazu in den Kommentaren.
Hast Du das gewußt?
Wenn Du mir auf Instagram folgst hast Du sicher mitbekommen, dass ich dieses Jahr unter die Gärtner gegangen bin.
Eine Freundin von mir hat etwas Landwirtschaft und dort und in meinen kleinen vier Balkonkästen habe ich dieses Jahr meine ersten Schritte zum Anbau von nicht nur schön anzusehenden sondern auch heilkräftigen Pflanzen gemacht.
Mir fällt immer wieder auf, dass es weniger Wildpflanzen in meiner direkten Umgebung und auch in abgasfreien Gebieten gibt. Das gilt zum Beispiel auch für Arnika.
In meiner Familie wird seit ich denken kann ein Arnika-Auszug angesetzt. Leider, in Ermangelung frei wachsender Pflanzen, musste dazu stets die Apotheke bemüht werden. Mein Opa väterlicherseits hat schon immer über Honig gesagt (er war Imker), dass die Heilkraft des Honigs nur wirken kann, wenn er nicht weiter als im Umkreis von 50 km des persönlichen Wohnortes von den Bienen gesammelt wurde. Diese „Weisheit“ wurde auch auf alles andere übertragen. Mit der Zeit konnte die Apotheke des Vertrauens mit dieser Erwartung die Arnikablüten nicht mehr liefern. Dann auch gar nicht mehr überhaupt irgendwo aus Deutschland. Meine Apothekerin, wir kennen uns seit Kindertagen, regte mich an, einen Eigenanbau zu versuchen, da außerdem die Kosten für die Bereitstellung in einer Apotheke ins unermessliche stiegen und das natürlich auf den Endverbraucher umgelegt werden muss. So habe ich dieses Jahr versucht Arnika im Balkonkasten zu ziehen und siehe da: Es klappt.

Arnika-Aufguss zur äußerlichen Anwendung
25 g getrocknete Arnikablüten mit 750 ml einfachem Korn aufgießen und in einem geheizten Raum fünf bis sechs Wochen ziehen lassen. Danach abseihen und als Einreibung oder Umschlag verwenden.
Mit diesem Arnika-Aufguss wurde und wird bei uns wirklich ALLES behandelt. Prellungen, Zerrungen, Venenentzündungen, entzündete Pickel…
Bitte frage bei Unsicherheiten und Unklarheiten Deinen Arzt oder Apotheker! Eine Verantwortung kann ich natürlich nicht übernehmen!
Solche und ähnliche Rezepte werden seit Generationen in meiner Familie weiter gegeben und für Mensch und Tier verwendet.
Kennst Du auch solche Familiengeheimnisse?
Wir lesen uns.
Good Vibrations.
SAM



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