Waage, Waage und immer weiter
Mein Geburtstag liegt dieses Jahr und diesen September bereits hinter mir und damit ist klar: Ich bin Waage.
Ich bin keine Astrologin, aber es stimmt schon, was man der Waage nach sagt: Ich tu mich schwer mit Entscheidungen. Also, eher mit Entscheidungen, die nicht aus einer Notsituation heraus getroffen werden müssen. Das kann ich ganz gut. Aber Dinge, die zum Beispiel meinen Lebensweg bestimmen, sind oft eine Herausforderung.
Das auch mein Leben genauso eine ungewöhnliche und wie mein Umfeld sagt, auch ungewöhnlich große Herausforderung ist, ist kein Geheimnis, auch wenn ich nur punktuell und bedacht Dinge aus meinem Leben teile. Und ich habe hin und her überlegt, was und wie ich nun weiter gehen will und was und wieviel ich von meinen Gedanken dazu preisgebe.
Immer wieder hatte ich Website-Probleme, gerade im letzten halben Jahr. Und vielleicht war das rückblickend gut so.
Warum?
Weil es Druck heraus nahm.
Ich bin eher auf Instagram aktiv und selbstverständlich gibt auch dort unzählige „mach es SO, wenn Du glücklich, reich, schlank, was auch immer willst“. Es war wie mit gebeugtem Körper und eingezogenen Kopf durch den Regen gepeitscht zu werden und egal, was ich versuchte und wo ich mich anmeldete, nichts schien zu funktionieren-außer ich selbst. Und dieses funktionieren ist ja nun auch alles andere als gesund.
Und nun?
Dann hatte ich endlich einen ganz wunderbaren Druckdienstleister für meine Impulskarten gefunden, an denen ich schon mehr als zwei Jahren arbeite und PUFF, da fiel mir das neue Verpackungsgesetz in den Schoß. Für mich als Mini-Unternehmerin der Supergau. Als ob das nicht reichen würde kam dann auch noch die neue Idee der verpflichtenden Renteneinzahlung, wenn man nach dem 31.12.26 ein (Klein-) Gewerbe anmeldet von monatlich über 700 Euro. Ich glaube jede Künstlerin aus jedem Bereich und jede Kleingewerbetreibende würde sich freuen, wenn sie diese Summe überhaupt in Regelmäßigkeit einnehmen würde.
Ich habe seit meinem ersten Buch „BurnIN“ bis heute zu „Lebensordnungen-ein spiritueller Weg zur Fülle und persönlichen Stärke“ noch NIE einen Gewinn einfahren können. NIE. Alles was ich tue, ist bis heute ein Zusatzgeschäft. Trotzdem entbindet mich das Finanzamt nicht von der Steuererklärungspflicht und der EÜR. Warum? Weil ich eine Website habe und bei Instagram aktiv bin und ja doch einen Gewinn erwirtschaften KÖNNTE. Dabei kann ich noch nicht einmal Geld für einen Steuerberater aufbringen von meiner Rente. Und wer seine Steuererklärung einmal selbst und nur über Elster versucht hat weiß, wieviel graue Haare diese Anwendung einem jedes Mal einbringt.
Und das alles trotz eigener gesundheitlicher Schwierigkeiten und der Verantwortung und Care-Arbeit für fünf Leben.
Lange habe ich überlegt, ob ich aufgebe. Ich habe den Glauben an mich selbst verloren und bezweifelte sogar ob ich irgendeine Frau da draußen erreiche, außer der Sachbearbeiterin des Finanzamtes *Ironieoff* .Ich war so müde von diesem „du mußt es SO machen, wenn…“ und es floss mehr als nur eine Träne.
Aufgeben?
Zwischen aller Pflege- und Betreuungsarbeit, Haushalt und Instandhaltung knappste ich mir aber irgendwie Zeit ab und nahm an der Buch-Vernissage von Roberta Bergmann teil, die ihr neues Buch „Die Grundlagen der Illustration“ promotete. Das war für mich ein echter Akt, denn mittlerweile war ich so sehr im „ich gehöre da gar nicht dazu, ich bin keine studierte Künstlerin von irgendwas“ gefangen, dass mein alter Glaubenssatzfreund „ich bin nicht gut genug“ eine Party in mir feierte. Trotzdem setze ich mich ins Auto und traf auf ganz viele wunderbare Menschen und mir bis dato völlig fremde Frauen und Künstlerinnen, die an mir und meinem Schaffen interessiert waren, mir zu hörten, die Intention meines Schaffens und Wirkens wertschätzten und sogar sagten „uuuh spoiler nicht soviel Deinen Roman, ich will ihn lesen.“
Persönlicher Durchbruch und Erkenntnis
Ich fuhr heim, brachte Migräne mit und auf einmal die Klarheit, dass ich auf gar keinen Fall aufhöre. Ich habe eine Stimme, ich habe viel zu sagen, ich habe eine Vision. Und wenn ich nie mein Leben von meinem Schaffen sorglos finanzieren kann, so gibt es möglicherweise doch die eine Frau da draußen, die genau DAS, was ich kreiere, braucht, um in ihrem Leben ein Licht zu finden, auf das sie zu gehen kann.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass gerade Frauen es schwerer in der Arbeitswelt haben. Aus ganz vielen, zu vielen Gründen und egal in welchem Bereich. Aber wenn niemand was sagt, eine Hand reicht, inspiriert, laut ist, wird sich nie etwas ändern, denn gleichberechtigt sind wir Frauen sicher noch immer nicht! Das soll hier aber nicht das Thema sein.
Mein Thema war schlicht: Ich habe entschieden, ich bin nicht bereit aufzugeben. Ich habe ein Loch in meine selbst gebaute Mauer getreten, wie die Figur auf dem Foto, die mir eine Frau geschenkt hat.
Ich bin noch da. Aber ich messe mich nicht mehr an den vielen Instagram-Angeboten und -Maßstäben, nicht mehr an Empfehlungen eines Kursleiters. Ich mach es auf meine Weise. Ich erlaube mir unregelmäßig zu posten, zu bloggen, zu schreiben, zu schweißen, zu malen, zu was auch immer. Weil eben auch kleine Schritte irgendwann zum Ziel führen und ich freue mich, wenn Du mich dabei begleitest.
Wir lesen uns.
Good Vibrations.
SAM



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