Über Ostern-muss das, oder kann das weg?
Ich hab schon unzählige Male zu Ostern gebloggt. Schon vor 15 Jahren, damals hatte ich noch einen Account bei blogspot. Immer ging es um Eierfärben und seine natürlichen Möglichkeiten. Dieses Jahr ist meine Stimmung irgendwie anders.
Klar, hab ich Eier gefärbt, das gehört für mich dazu, aber schon an Palmsonntag und nicht erst Gründonnerstag. Nicht, weil ich bewusst eine familiäre Tradition, eine Grenze sprengen wollte. Nein, es hat sich einfach besser angefühlt. Irgendwie hab dieses Jahr auffällig oft Veränderungen in der Luft, sei es Einstellungen, Gefühle, mein Körper, meine Erkrankung. Alles scheint sich einmal umzurühren und durchzuschütteln. Das ist mit diesem Blogeintrag auch so. Er dreht sich NICHT um das Eierfärben mit natürlichen Materialien sondern eher um die Energie der Ostertage, ihre Qualität und Möglichkeiten.
Ostern als Chance begreifen
Ich bin ja so gar nicht bibelfest, ich krieg einfach keinen Zugang zu der sperrigen Sprache, daran ändert auch „Die gute Nachricht“ nichts, aber ich weiß schon, dass Ostern was mit Auferstehung hat und irgendwie passt das ja auch zum Jahreskreislauf. Ostern, Frühling, uns wird das Jahr noch mal im Schnelldurchlauf gezeigt:
Karfreitag- Abschied vom Alten
Ostersamstag- Das Zwischenspiel, ein Innehalten.
Ostersonntag – Aufrichtung, Erneuerung, Neu- und Wiedergeburt.
Ostermontag – Hoffnung, Erkenntnis und den Übergang vom Zweifel zum Glauben. Allem wird neues Leben eingehaucht, die Natur erhebt sich.
Wie immer, wenn es um Veränderung geht, bringt dieser Prozess Abschnitte mit. Die Veränderung rast nicht wie ein ICE einfach los, auch wenn Du das glaubst. Es werden immer Haltestellen zum Luftholen gezeigt, um Dinge loszulassen oder zu integrieren, eine Haltung dazu einzunehmen, wie der Weg dann weiter gehen soll.
Ich hab mir dazu Gedanken gemacht und ein paar Anregungen für die einzelnen Ostertage mitgebracht:
Karfreitag
Heute darfst Du bewusst von Dingen Abschied nehmen, die nicht mehr zu Dir passen, aber auch Dingen, die Dir vielleicht genommen wurden und um die Du trauerst. Das können alte Gewohnheiten sein, die Dich irgendwie zurück gehalten haben, aber auch das entliehene Lieblingsbuch, dass Du nie zurück bekommen hast. Vielleicht auch eine beendete Beziehung oder eine Beziehung, die Du beenden willst. Das alles ist herausfordernd ja, mitunter schmerzlich und vielleicht helfen folgende Fragen:
- Was möchte gefühlt, verabschiedet oder betrauert werden?
- Was kann ich in Dankbarkeit und Wertschätzung loslassen?
- Wie kann ich in Frieden gehen lassen, was mir genommen wurde?
Ostersamstag-nicht ganz weg-nicht ganz da
Die Zwischenzeit, die Pause. Für manche nur schwer auszuhalten. Ich sehe darin aber die Möglichkeiten! Es ist der Moment zum Luftholen. Ausatmen der Reste von Karfreitag. Raum schaffen und einatmen, Weite spüren für das was kommt. Vielleicht hilft Dir das, das Zwischenspiel aushalten zu können und es vielleicht sogar am Ende als wertvoll zu empfinden:
- Wie kann ich in mir Raum schaffen?
- Wie kann ich sanftmütig mit mir selbst sein, mir selbst eine Freundin sein und mich bestmöglich auf meinem Weg unterstützen?
- Welche Kräfte und Fähigkeiten kann ich an mir selbst entdecken?
- Was kann ich jetzt bereits vorbereiten, um in Ruhe den nächsten Schritt zu wagen?
- Was kann ich aus der Stille mitnehmen, wenn ich ihr öffne und sie aushalte?
- Welches innere Fundament, welche Ausrichtung erwächst dadurch für meinen Prozess?
Ostersonntag – spür die wachsende Stärke in Dir
Wie ein frisch geschlüpfter Schmetterling seine Flügel entknittert, darfst auch Du Dich entfalten. Überstürze nichts! Wenn Du zu schnell los legst ist die Gefahr größer, zu stolpern und demotiviert in die alte Komfortzone, alte Muster und Gewohnheiten zurück zu fallen. Eile mit Weile!
Entdecke heute:
- Was genau möchte ich auf den Weg bringen?
- Welche Veränderung möchte ich in meinem Leben sehen?
Ostermontag – bis zum Horizont und noch viel weiter!
Alles auf Start mit folgenden Dich hoffentlich inspirierenden Fragen:
- Welche Veränderungen warten darauf von mir angegangen zu werden?
- Was bedeutet das für meinen Alltag?
- Welchen kleinen Schritt kann ich in welchem Lebensbereich nehmen? (eine kleine Sache durchgehalten bringt wirkliche Veränderung!)
Schreib´s auf!
Wenn Du bis hier her gelesen hast, lass mich noch einen Tip loswerden: Selbstverständlich sind wir alle digital unterwegs, aber es ist auch mehrfach bewiesen, dass alles was von Hand geschrieben wird, eine tiefgreifende Wirkung entfaltet. Deshalb: Nimm Dir zur Beantwortung der Fragen eines jeden Ostertages ein schönes Notizbuch zur Hand und schreib Deine Gedanken, Gefühle, Erfahrungen, usw. auf! Vielleicht willst Du nächstes Jahr zu Ostern auch ein Resüme ziehen, das geht so viel leichter. Und wenn Du nur noch eines liegen hast, um das Du sonst drum herum gegriffen hast, weil Du es eben nicht so toll findest: Mach es doch einfach zu Deinem! Beklebe es oder zeichne etwas drauf. Nimm es in Besitz! Ja, das kostet Mut, genauso wie Dich dieses mal zu Ostern dem Jahreskreis hinzugeben, Dich, die Natur und die Zeitqualität zu spüren und Deine Spiritualität und Deine Anbindung zu erleben. Abe es lohnt sich, Dich auf diese Art ganz neu kennenzulernen.
Ich wünsche Dir den Mut, die Kraft und die Zuversicht und Geduld mit Dir selbst auf dieser besonderen Reise und damit wirklich ganz wunder-volle (der Bindestrich ist gewollt) und frohe Ostern!
Wir lesen uns.
Good Vibrations!
SAM



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