Mein erstes Mal…

😉 Sicher spreche ich heute von einem ganz anderen ersten Mal als von dem, was Du gerade denkst.

Es ist ganz etwas anderes, und wenn Du mir auf Instagram folgst, könntest Du jetzt bereits eine Ahnung haben:

SAM auf unbekannten Wegen

Ich habe mich getraut, meine Komfortzone verlassen und bin das allererste Mal in einer Galerie gewesen.

Sehe ich da etwa große, runde, ungläubige Augen von Dir und die Frage „Warum das denn? Was ist denn dabei. Sie ist doch selbst Künstlerin!“

Ich glaube fast, dass mich mein alter Freund, der Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug“ in gleich mehrfacher Verkleidung besucht hat-über Jahre, was den Galeriebesuch angeht.

Bin ich gut genug?

Wollen hätt ich schon…ich war allerdings auch immer der Überzeugung, dass Publikum einer Galerie gehört zu den berühmten oberen 10 000 Menschen und haben damit ein Budget, was jenseits meiner Vorstellungskraft liegt. Und natürlich würden Galerien auch nur solche Menschen bei sich empfangen und über Normalos wie mich, die Nase rümpfen.

Ich stellte mir das etwa so vor, wie einige Erfahrungen unter Kollegen ( JAWOHL JETZT sag ich endlich KOLLEGEN! Hat Jahre gedauert…), die es mir sehr wohl mehr als einmal gezeigt haben, dass ich in ihrem Kreis nicht zähle, weil ich nicht studiert habe. Aber wie ein van Gogh (was für ein Vergleich!) habe ich das Leben studiert, Lebenserfahrung gesammelt und mit jedem kreativen Treffen mit mir selbst wachse ich, entwickle ich mich-wie das Leben eben. Sicher hat man während eines Studiums mehr Möglichkeiten mit Materialen zu experimentieren, Blickschulung leichter zu üben, uväm. aber ist es nicht wie einen Aufsatz schreiben in der Schule? Ja, es gibt Eckpfeiler, Reihenfolgen, aber ob es dann am Ende eine drei oder vier oder eine zwei bekam, lag auch immer etwas am Geschmack des Lehrers. Kunst, egal welcher Art, bleibt am Ende auch immer eine Frage des wohlwollenden Blickes und eben des Geschmackes.

Auf geht´s

Jedenfalls habe ich mir nun kürzlich mein Herz genommen und habe mich auf den Weg zur Galerie Jaeschke in Braunschweig gemacht und ehrlich: Vor dem Schaufenster wär ich fast wieder umgedreht. Aber ich wurde von einer Frau gestreift (wie sich später herausstellte, die Inhaberin Jana Jaeschke), die mich in dem Moment umrundete um einzutreten, als ich gerade einen Schritt seitlich nach hinten weg machen wollte. Tja. Schicksal. Nun ging der Schritt nach vorn. Ein zweiter folgte und um es mal mit Boris Becker zu sagen, auf einmal war ich drin. 😉 Und das war gut so!

Das kleine, schmale Schaufenster und Entré der Galerie täuscht. Im Inneren die Treppe hoch und man kommt ins Kunstwunderland. Ob Skulptur oder Grafik, Bronze oder Plastik, modern oder klassisch ist alles und für jeden Geschmack und Geldbeutel zu haben. Ich traf auf eine so nette Mitarbeiterin, die meine Vorbehalte und Sorgen aus eigener Erfahrung verstand und mir erst einmal Kaffee und Wasser anbot, damit ich aufhörte zu zittern. Ja-ich zitterte vor Aufregung! Aber ich wurde so lieb empfangen, dass das Unwohlsein ganz schnell verschwand und das Gegenteil eintrat. Ich hatte wirklich das Gefühl am richtigen Ort zu sein, genauso wie ich eben bin.

Ich hatte also einen großen Schritt aus meiner bisherigen Komfortzone getan, um eine neue Komfortzone zu erobern. Sicher habe ich mir wohl mit der Galerie Jaeschke die richtige Anlaufstelle für meinen Start gewählt und mir ist durchaus klar, dass das nicht immer so sein muss, aber ich bin so positiv gestimmt, dass ich mich auf viele neue Galerie-Erfahrungen freue. UND: Ich brach sogar meine Regel, Kunst von Frauen zu bevorzugen. Ich habe mir nämlich tatsächlich einen Kunststück gekauft. Von einem Mann. Noch so ein erstes Mal. 😉

Die Eulen von Athen

Ich habe eine goldfarbene Eule von Ottmar Hörl erworben! Und sie ist sogar signiert! Ich weiß zwar nicht um die Zusammenhänge, ich werde Jana Jaeschke bei Gelegenheit danach fragen, aber der Künstler hat 2004 ein großes Projekt, eine Installation mit dem Titel „Eulen nach Athen tragen“, anlässlich der Olympischen Spiele in Athen gezeigt. 10 000 Eulen sollen das damals gewesen sein. Und das ist meine:

Hab ich mir meine Eule mit diesem Gedanken der Installation ausgesucht?

Nein. Ich habe sie gesehen und war verliebt. Es war, als ob sie mich gerufen hat. Ich wusste sogar sofort, wo sie stehen würde. Sie steht auf meinem Schreibtisch links von mir, schräg vor meinem Bildschirm.

Ich bin mir sicher, sie lässt mich Teil haben an ihrer sprichwörtlichen Weisheit so dass ich z. B. mit meinen Büchern und Projekten inspiriert voran komme.

Einen Namen hat sie oder er noch nicht. Hast Du einen Vorschlag?

Besuchst Du Galerien? Und wenn nein, warum nicht? Erzähl mal in den Kommentaren von Deinen Erfahrungen und Gedanken dazu.

Wir lesen uns.

Good Vibrations.

SAM

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